Koreanische Sprache

Veröffentlicht am 20. Juli 2014

Koreanisch wird weltweit von rund 78 Millionen Menschen gesprochen, neben den Einwohnern von Nord- und Südkorea von einer koreanischen Minderheit in Yanbian (연변 조선족 자치주), einer autonomen Präfektur in der chinesischen Provinz Jilin an der Grenze zu Nordkorea, von einer koreanischen Minderheit in Japan und von rund 5 Millionen Koreanern in nahezu 130 Ländern der Welt, sowie auch in vielen Großstädten in Deutschland.

Über den Ursprung der koreanischen Sprache gibt es zwei grundverschiedene Annahmen. Ein Großteil der Wissenschaftler nimmt an, dass die koreanische Sprache altaische Wurzeln hat, sich also aus alten zentralasiatischen Sprachen abgeleitet gebildet hat. Andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine isolierte Sprache handelt, die eigenständig entstanden ist.

Abgesehen von den Urformen der Sprache, gab es spätestens seit dem 7. Jahrhundert n. Chr. unter dem Einfluss der Silla-Dynastie eine Vereinheitlichungen der verschiedenen gesprochenen Sprachen auf der koreanischen Halbinsel. Das sogenannte Mittelkoreanisch entwickelte sich zwischen dem 10. und dem 16. Jahrhundert. In dieser Epoche wurde u.a. die koreanische Schrift (Hangeul (한글)) von König Sejong (세종), dem vierten Herrscher der koreanischen Joseon-Dynastie, entwickelt und 1446 eingeführt.

Das moderne Koreanisch, das heute gesprochen wird, entwickelte sich ab dem 17. Jahrhundert. Bedingt durch die Teilung Koreas in zwei politische Systeme ab 1953, hat sich die Rechtschreibung und Aussprache in Nordkorea an Pjöngjang orientiert und in Südkorea an das wirtschaftliche und politische Machtzentrum der Millionenstadt Seoul und seiner Umgebung. Abgesehen von dem auf der Insel Jeju-do gesprochenen Dialekt, kann das in Nord- und Südkorea gesprochene Koreanisch von den Einwohnern beider Länder mit einer Ausnahme gleich gut verstanden werden. In Südkorea wurden im Gegensatz zu Nordkorea viele Begriffe als Lehnwörter aus der amerikanisch-englischen Sprache übernommen und der koreanischen Aussprache angepasst. Sie machen sie so für viele Nordkoreaner unverständlich.

Seit einigen Jahren gewinnt die koreanische Sprache durch die südkoreanische Pop-Kultur, K-Pop genannt und durch koreanische Filme, vor allem bei jungen Leuten an Popularität in der Welt. Vielleicht ist dies auch mit ein Grund, dass bereits über 1 Millionen Nichtkoreaner den Sprachtest „Test of Proficiency in Korean“ (TOPIK) der südkoreanischen Regierung absolviert haben. Wie viele Menschen darüber hinaus die koreanische Sprache in Sprachschulen weltweit erlernt haben, lässt sich allerdings nur erahnen.


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Die Koreanische Schule Bochum (KSB) bekam für ihr Geschichtsbuch zum 40. Jubiläum der Schule 2018 einen Preis für besonders herausragende Schulprojekte unter allen koreanischen Schulen weltweit von der Overseas Koreans Foundation verliehen.